Deutsches Kolonial- Lexikon(1920), Band III, S. 739

Zebras, Tigerpferde, Hippotigris, Gattung der Einhufer (s.d.), ausgezeichnet durch dunkle Querbinden auf dem Halse und Rumpfe, bei vielen Formen auch auf den Beinen. Sie haben eine langhaarige, straffe Mähne auf dem Hinterhalse und Nacken und eine langhaarige Schwanzquaste. Sie sind bisher aus den afrikanischen Steppen südlich des Cuanza im Westen und des Blauen Nils im Osten bis zum Kaplande nachgewiesen, fehlen aber anscheinend im mittleren und nördlichen Kongobecken, im Sudan, in Kamerun und Togo. An der Küste von Deutsch-Südwestafrika leben Zebras, die bis zu den Hufen eng gestreift sind und deren Rumpfstreifen nicht bis zur Mitte des Bauches reichen. Eine dieser Rassen ist aus dem Kaokofelde vom Hoanib als H. hartmannae beschrieben worden, eine andere ähnliche reicht von Benguela wahrscheinlich in das nördliche Kaokofeld hinein, H. penricei. Aus dem Ovambolande ist eine breiter bis zu den Hufen gestreifte, aber durch dunkle Zwischenbinden und weiße Schwanzspitze ausgezeichnete Rasse, deren Querbinden bis an die Bauchmitte, reichen, als H. chapmanni bekannt geworden; an der Etoschapfanne lebt wieder eine andere Rasse, die ungestreifte Füße hat und bisher als H. antiquorum bezeichnet wird. Wie die im Nossobund Aubbecken vorkommenden Zebras aussehen, weiß man noch nicht genau. Aus Deutsch-Ostafrika sind bis jetzt 3 Rassen beschrieben worden, E. böhmi vom Pangani, E. mariae aus Usukuma, E. muansae aus den östlichen Uferländern des Victoria- Njansa; noch eine ganze Reihe anderer Rassen wird wahrscheinlich aus diesem Schutzgebiete festzustellen sein. Man hat versucht., Zebras zum Ziehen und als Reittiere zu verwenden, aber bis jetzt anscheinend ohne nachhaltigen Erfolg (s.a. Zebroiden). Die Decken werden zu Wandzierden verwertet. Die Buren bezeichnen als Bonte Quagga diejenigen Zebra, deren Läufe nicht bis zu den Hufen gestreift sind, als Wilde Paard die bis zu den Hufen gestreiften.

Matschie.