Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 738

Zahnschnäbler, Lamellirostres, die Enten, Gänse und Schwäne umfassende Vogelgruppe; so genannt, weil die Schnabelränder mit Hornzähnen oder Lamellen besetzt sind. Die Zahnschnäbler sind über die ganze Erde verbreitet. In den deutschen Schutzgebieten sind die Enten und Gänse teils durch auffallende Arten, teils durch eigentümliche Gattungen vertreten. Für Afrika sind drei, in allen deutschen Besitzungen vorkommende Arten zu nennen: Höckerente, Sareidiornis melanotus, schwarz und weiß gezeichnet, die schwarzen Teile mit Metallglanz, Männchen zur Fortpflanzungszeit mit einem lappenartigen Auswuchs auf der Schnabelwurzel. - Nilgans, Chenalopex aegyptiacus, gelbbräunlich, dunkel gewellt, mit rotbraunem Gesicht und dunkelrotbraunem Brustfleck. Sporengans, Plectropterus gambensis, sehr große Gans mit nackter, roter Stirn und rotem Schnabel, schwarz und weißem Gefieder. Von kleineren Enten fällt die ebenfalls allenthalben verbreitete Nonnen- oder Witwenente, Dendrocygna viduata, auf, mit weißem Gesicht, schwarzem Hinterkopf und Unterkörper und rotbraunem Hals; ferner die Zwergente, Nettapus auritus, mit erzgrün glänzendem Rücken und Flügeln und einem schwarz umsäumtem grünen Fleck jederseits auf dem weißen Halse. - Die in Ostafrika vorkommende Anas undulata ist der weiblichen Stockente ähnlich und die ebendort häufige kleinere Anas erythrorhyncha durch einen roten Schnabel ausgezeichnet. - Auf Neuguinea ist die auffallendste Form die Radjahgans, Casarca radjah. Kopf, Hals und Unterkörper sind weiß, Rücken schwarz, rostbräunlich gewellt, Kropfband rotbraun. Ferner ist über Neuguinea und die polynesischen Inseln die Australische Spiegelente, Anas superciliosa, verbreitet, die der weiblichen Stockente ähnlich sieht. - In Tsingtau kommen die meisten der in Deutschland vertretenen Zahnschnäbler vor. Die Graugans wird durch eine langschnäbligere Form, Anser serrirostris, vertreten, und dem Gebiet eigentümlich ist die Höckergans, auch Trompeter- oder Schwanengans genannt, Cygnopsis eygnoides, ausgezeichnet durch einen Höcker auf der Wurzel der Schnabelfirste, die vielfach auch als Hausgans angetroffen wird.

Reichenow.