Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 722

Witu, Stadt nördlich der Mündung des Tanaflusses in Britisch- Ostafrika, etwa 12 km vom Meer, ist Hauptort des gleichnamigen kleinen Sultanats, das dem Namen nach unter britischem Schutz steht, in Wirklichkeit ein Teil der genannten Kolonie ist. 1884 erwarben die Gebrüder Denhardt (s.d.) vom Sultan von W., der sich unter deutschen Schutz stellte, ein Gebiet von 60 km Küstenlänge; davon verkauften sie 1885 1400 qkm Landes an die deutsche Witu - Gesellschaft, die es 1890 an die Deutsch- Ostafrikanische Gesellschaft abtrat. Kurz darauf, im selben Jahre, fiel W. durch den Sansibarvertrag (s.d.) an England, das nach längeren Kämpfen 1895 dem Sultanat den heutigen Umfang von rund 3100 qkm setzte. Die Bevölkerung beträgt über 16 000 Menschen, wovon 6000 auf die Stadt W. entfallen. Lamu (s.d.) gehört nicht mehr zu W.

Uhlig.