Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 709 f.

Wiesen, geschlossene Bestände krautiger Pflanzen, ohne Rücksicht auf die Art der Nutzung. Geschieht letztere durch Mähbetrieb ("Heuwerbung"), so spricht man von "Mähwiesen", geschieht sie durch Beweidung, von Weiden (s.d.). Je nach Entstehung und Art der W. unterscheidet man Natur- und Kunstwiesen, ständige und künstlich besamte W. Die Summe des Bestandes der Wiesenpflanzen bezeichnet man als Narbe. Eine gute Narbe setzt sich zusammen aus guten Futtergräsern und - kräutern in dichtem Bestande, eine schlechte Narbe aus schlechten Wiesenpflanzen, d.h. solchen, die entweder als Futter unbrauchbar sind oder geringe Erträge gewähren oder bessere Arten unterdrücken oder giftig sind. Für die Güte einer W. sind nicht nur die Arten der Pflanzen bestimmend, sondern auch Art und Dichtigkeit des Wachstums. Da Naturwiesen meist geringere Erträge geben, und die Unkrautbeseitigung, Bodenlockerung und Düngung auf ihnen schwieriger sind, geht man in Mitteleuropa mehr und mehr zur Umwandlung in Kunstwiesen über. (Näheres bei Stebler.) - In den Schutzgebieten sind Kunstwiesen noch selten. Hierher zählt der Futterbau in Kokosplantagen der Südsee und Ostafrikas (s. Zwischenkulturen). Über Naturwiesen s. Weiden.

Literatur: Stebler, Der rationelle Futterbau. 6 Aufl., Berl. 1909. - Derselbe in Jahrb. d. i;eutqcken Landwirtsch. - Gesellsch. 23, S. 309 ff. 1908. Im übrigen s. Weiden, Futterbau.

Busse.