Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 699

Weiße Väter, mit dem offiziellen Titel: Gesellschaft der Missionare U.L.F. von Afrika (M.A. = Missionis Africanae), katholische Weltpriesterkongregation, von Kardinal Lavigerie (s.d.) 1868 für die afrikanischen Missionen und die Bekämpfung des Sklavenhandels gestiftet. Sie besitzt in Afrika zahlreiche Missionsgebiete. Die 1905 gebildete deutsche Provinz hat ihr Mutterhaus mit Missionsseminar in Trier (1894), dazu Missionsanstalten in Haigerloch in Hohenzollern (1903), Altkirch i. E. (1907) und Brüdernoviziat in Marienthal (Luxemburg). Die Kongregation vorsieht in Deutsch-Ostafrika die 4 Vikariate Tanganjika (s.d.), Unjanjembe (s.d.), Kiwu und Süd-Njansa (s.d.). Organ: Afrikabote, Trier. Die Verdienste der Weißen Väter um Afrika sind in jeder Beziehung bedeutend. Namentlich durch ihre persönliche Autorität und militärische Zucht, die ihnen ihr Stifter eingeflößt, erzielen sie große Erfolge. Ihre Missionsmethode, der die Instruktionen des Stifters zugrunde liegen, ist ausgezeichnet und den Verhältnissen durchaus angepaßt; ein großes Gewicht wird namentlich auf das Zusammenbleiben von mindestens drei Missionaren und auf eine strenge, gründliche Vorbereitung der Taufbewerber (vierjähriges Katechumenat) gelegt. Sehr intensiv ist auch die Wohlfahrts-, insbesondere die Krankenpflege. Sitz des Generals Mgr. Livinhac in Algier Provinzial P. Frey. Organ: Afrikabote.

Literatur: Afrikabote. Trier, fortlaufend, besonders 1912, 267 ff. - Schwager, Die Kath. Heidenmission der Gegenwart, II, 195 ff. Steyl 1908. Mirbt, Mission u. Kolonialpolitik, 40. Tübingen 1910. - Huch, Bis an die Enden der Erde, II, 122 ff. Frankenstein 1903. - Streit, Missionsatlas, 19. Steyl 1906.

Schmidlin.