Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 681

Wasegua, mit den Wanguru (s.d.) zu einer Sprachfamilie gehörende Bantuvölkerschaft in Usegua, Usambara und Bondei (s.d.) in Deutsch-Ostafrika. Die W. sind geistig sehr rege, tapfer und unternehmungslustig; sie allein haben den Massai (s.d.) erfolgreich Widerstand geleistet, bereiten den Suaheli (s.d.) als Vieh- und Elfenbeinhändler einen fühlbaren Wettbewerb bis nach Irangi und Iraku hinein und breiten sich langsam aber nachhaltig, immer weiter nach Norden aus. Ihre Wohnweise gleicht der der Wakwere (s.d.). Die oberen mittleren Schneidezähne werden dreieckig ausgekerbt; sonst haben die W. in Tracht und Schmuck vieles von den Suaheli übernommen. Sie sind tüchtige Ackerbauer, die ihr Getreide bis Pangani und Sadani verhandeln, und bilden für die Kolonialwirtschaft ein sehr schätzenswertes Element.

Literatur: Baumann, Usambara und seine Nachbargebiete. Berl. 1891. - Stuhlmann, Mit Emin Pascha im Herz von Afrika. Berl. 1894. - Derselbe, Bericht über eine Reise durch Usegua und Unguu. Mitt. d. Geogr. Ges. Hamb. 1889.

Weule.