Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 679

Wasagara, Wassagara, der Hauptteil der im mittleren Deutsch-Ostafrika, an der großen Karawanenstraße, zwischen Ugogo im Westen und Usegua und Ukami im Osten gelegenen Landschaft Usagara. Neben ihnen enthält dieses Land auch noch Wanguru, Wakaguru, Wakuafi, Wakamba, Wanjamwesi, Suaheli, Araber, Inder usw. (s.d. betr. Art.), kurz Bestandteile aller Völkerschaften, die es auf der Karawanenstraße zu berühren pflegen oder im Gefolge der früheren Raubzüge hierher gelangt sind. Die oftmaligen Beunruhigungen durch die Wangoni, Wahehe und Wakuafi (s.d. betr. Art.) und nicht minder die gewaltsame Ausbeutung durch die unzähligen Karawanen (s. Karawanenverkehr) sind auch die Ursache dafür, daß von einem eigentlichen Volkstum der W. kaum noch die Rede sein kann, sondern daß sie körperlich beinah ebenso herabgesunken sind wie geistig und wirtschaftlich. Ihr Feldbau umfaßt zwar zahlreiche Nutzpflanzen, entbehrt jedoch bis auf eine einzige Örtlichkeit jener hohen Technik der künstlichen Bewässerung, die für die Bewohner so manchen anderen ostafrikanischen Berglandes (Dschagga, Wapare, Waschambaa, Wakinga usw. [s.d. betr. Art.]) bezeichnend ist. Die Zahl der W. beträgt rund 15 000 Köpfe.

Literatur: Lambrecht, Über die Landwirtschaft der Eingeborenen im Bezirk Kilossa. Ber. über Land- u. Forstwirtschaft in Deutsch-Ostafrika. Heidelb. 1903. -Liebert, Bericht über eine Reise nach Usagara. KolBl. 1898.

Weule.