Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 673 f.

Wanjika, d.h. Leute der Njika, der Steppe, Name zweier Bantuvölkerschaften in Äquatorial-Ostafrika. Die südlichen W., auch Awanika genannt, sitzen mitten zwischen dem Nordende des Njassa und dem Rukwasee in Deutsch-Ostaftika auf dem 13 - 1600 m hohen Unjika - Malilaplateau. Sie sind gute Ackerbauer, die sich der Jahrzehnte hindurch andauernden Angriffe der Wassangu, Wahehe, Wawemba u. a. (s. die betr. Art.) stets sehr tapfer erwehrt haben. Ihre Hütten sind noch jetzt durch Palisaden und Gräben gesichert. Die früher betriebene Eisentechnik hat aufgehört. - Die nördlichen W. sitzen an der Ostküste von der Bucht von Kilifi (3° 37' s. Br.) bis über die Bucht von Tanga (5° 25') hinaus zwischen den Galla im Norden, den Wakamba und Wateita im Westen und den Wabondei im Süden. Sie zerfallen in die eigentlichen W. oder Walupangu nördlich von Mombas in Britisch-Ostafrika und die Wadigo (s.d.). Jene zählen ca. 20 000, diese ca. 30 000 Seelen. Der Ort Emberria im Kiriamagebiet war zur Zeit der ersten deutschen Forscher (Krapf, von der Decken) eine Art Meßplatz für weite Teile Ostafrikas. Bei dem Mannbarkeitsfest der Knaben verbleiben diese vollkommen nackt so lange im Walde, bis sie einen Mann erschlagen haben. Einen ähnlichen Brauch findet man bei den Wadoe (s.d.) weiter im Süden im Hinterlande von Sadani und Bagamojo.

Literatur: Krapf, Reisen in Ostafrika. Kornthal 1858. -v. d. Decken, Reisen in Ostafrika, Bd. 1. Lpz. u. Heidelb. 1869.

Weule.