Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 669

Wandorobbo, Wanderobbo, Ndorobbo, vom Massaiwort El dorobbo, die Armen, Selbstbenennung nach Merker Asa, Zweig der großen Massaigruppe (Deutsch- Ostafrika). Über ihre Stellung innerhalb derselben s. Massai. Die Zugehörigkeit der W. zu diesem Volk ist nicht immer erkannt worden. Cust stellte sie mit Zwergvölkern und Buschmännern in eine Gruppe. Später sah man in ihnen dann ein von den Massai unterworfenes, einheitliches Volk mit hamitischer Physis und nilotischer Sprache, wie es die Gegenwart auch tut, doch sind sowohl Baumann wie Merker geneigt, in dem Worte W. gleichzeitig auch einen Sammelbegriff zu sehen, mit dem die Massai alle Jäger schlechthin bezeichnen, einerlei, ob sie wirkliche W. oder versprengte Wakuafi (s.d.) oder verarmte, ihres Viehes beraubte Massai sind. Die Lebensweise aller W. ist diejenige scheuer Steppenjäger, deren kleine Mitten die Form der Massaihütte besitzen, aber mit Gras und Laub bedeckt sind. In kraalförmiger Anordnung liegen sie im Busch versteckt. Nahrung sind neben dem Wild, das man mit vergifteten Pfeilen und giftigen Wurfspeeren erlegt (s. Pfeilgift), auch die Wurzeln, Beeren und Kräuter ihres Schweifgebietes. W. leben überall, wo es Massai gibt; eine besondere Kolonie schweift auch am Ostabhang des Merubergs.

Literatur: Außer der unter Massai und Wakuafi angegebenen Literatur s. v. Höhnel, Peterm. Mitt. Erg. -Heft 99. - Jaeger, Der Meru, Geogr. Zeitschr. 1906.

Weule.