Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 667

Wamuera, Wamwera, Bantuvölkerschaft im Süden von Deutsch-Ostafrika im Hinterlande von Lindi. Gleich den Wangindo (s.d.) und Makonde (s.d.) und anderen Stämmen hatten auch die W. ursprünglich ein größeres Gebiet zwischen Mbemkuru und Lukuledi inne, doch sind sie durch die Wangoni - Einfälle (s. Wangoni) immer mehr küstenwärts und auf die kleinen Plateaus nördlich vom mittleren Lukuledi, sowie in das Lukuledital selbst zurückgedrängt worden. Nach Norden zu setzen sie sich in den Matschinga fort. Ein Teil der W. ist übrigens von den Wangoni nach deren Sitzen am oberen Rowuma verschleppt und dort suluisiert worden. Die übrigen W. wohnen, soweit sie von der nahen Küste aus nicht suahelisiert worden sind, in kleinen, versteckten Dörfern in zylindrischen Kegeldach- oder Viereckhütten, deren Wände außen mit Lehm glatt gestrichen und in der Regel mit primitiven Darstellungen von Menschen und Tieren bemalt sind. Beide Geschlechter verzieren ihr Gesicht, den Oberkörper und die Oberschenkel mit Ziernarben (s. Tafel 203), auch tragen die Frauen neben der Oberlippenscheibe (s. Pelele) hier und. da noch einen Unterlippenstift. Im Aufstand 1905 haben die W. stark gelitten, so daß ihre Kopfzahl ziemlich zurückgegangen ist.

Literatur: Adams, Lindi und sein Hinterland. Berl. -Derselbe, Das mittlere Flußgebiet des Lukuledi. Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1902. - Maples, Massassi and the Ruvumadistrikt. Proc. Geogr, Soc. 1880. - Lieder, Reise von Mpambabai um. Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1897. - Engelhardt, Reise in das Hinterland von Lindi. KolBl. 1897.

Weule.