Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 662

Wakuafi, Wakwafi, Wakuavi, El kuafi, Selbstbenennung Mbarawui, die eine der drei Abteilungen der Massaigruppe. Über die Stellung der W. innerhalb derselben s. Massai. Heute sind Angehörige des Volkes über große Teile des Steppengebietes und seiner Umgebung verteilt. W. sitzen in Deutsch-Ostafrika im nördlichen Unguru, in Nordwest - Usegua, der Landschaft Gedja, in Oberund Unter - Aruscha, ferner in Kahe und Taweta. Auch die Wambugu (s.d.) sind W. - Dem Habitus nach sind die W. mit ihren hohen, schlanken Gestalten, dem scharfen Profil und der dunkelschokoladebraunen Haut von den Massai kaum zu unterscheiden. Auch in Kleidung, Schmuck, Haartracht und Waffen gleichen sie jenem Volke. Dagegen haben sie unter dem Zwang der Verhältnisse das Nomadisieren aufgegeben und sich unter den ackerbauenden Bantu angesiedelt. Dabei haben sie zwar die Viehzucht beibehalten, aber gleichzeitig, doch auch zu Grabstock und Hacke gegriffen. Während sie in Usegua, Unguru und Gedja in kleinen flachdachigen Temben wohnen, zeigen ihre Wohnbauten in der Merugegend die Form der Dschaggahütte. Ihre ursprüngliche Wohnweise, die Massaihütte, ist von den mit den Wandorobbo (s.d.) als Jäger in der Steppe schweifenden W. beibehalten worden. Mit den Bantu haben sich die W. nirgends in erheblichem Grade vermischt. Auch der Charakter ist im Grunde massaihaft kriegerisch geblieben.

Literatur: Krapf, Ausland 1857 Nr. 19/20. - O. Baumann, Usambara und seine Nachbargebiete. Berl. 1891. - S. Massai.

Weule.