Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 660

Wakinga (s. Tafel 198), Ba-, Ma-, großer, ca. 20 000 Köpfe zählender Bantustamm im Livingstonegebirge nördlich vom Njassa in Deutsch-Ostafrika. Nach Merensky sind die W. keine Einheit, sondern ein aus zusammengelaufenen Sklaven zusammengesetzter und von den Um wohnern in die Berge vertriebener Mischstamm. Dörfer gibt es bei den W. nicht, sondern jeder Bauer wohnt in seiner Erdhütte oder seiner zylindrischen Kegeldachhütte einzeln inmitten seiner Felder, die er mit großem Geschick künstlich bewässert. Die Gehöfte sind mit Dornenhecken umfriedet. Seit 1905 Pflanzen die W. neben den altüberkommenen afrikanischen Nutzgewächsen auch Kartoffeln und Weizen, die beide gut gedeihen. Der Saft des überall kultivierten Bambus liefert ihnen ein sehr beliebtes, stark berauschendes Bier, dessen allgemeiner und dauernder Genuß neben dem des Eleusinebieres ein Krebsschaden am Volksleben der W. ist. In hoher Blüte steht die Eisenindustrie, deren Haupterzeugnis, Feldhackenklingen, weithin vertrieben wird. Das Land Ukinga eignet sich für europäische Besiedlung.

Literatur: Kingaland, Berl. Missionsber. 1899. - Wolff, Gramm. d. Kingasprache. Arch. f. d. Stud. deutsch. Kolonialsprachen, Bd. III.

Weule.