Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 659

Wakerewe, die Bewohner der im Südosten des Victoria Njansa gelegenen, zu Deutsch-Ostafrika gehörigen großen Insel Ukerewe, nach der die Araber ja auch den See selbst benennen. Die W. sind stark mit Wahumablut durchsetzte (s. Wahuma), vom Südufer herübergekommene Wassindja (s.d.), denen sie nach Wohn- und Lebensweise gleichen. Im Feldbau waltet die Banane vor. Merkwürdig sind ihre aus dem leichten Ambatschholz (Herminiera elaphroxylon) gefertigten brettförmigen Schilde, deren Vorderseite mit vertieften und weiß ausgestrichenen Mustern bedeckt ist (s. Tafel Deutsch - Ostafrika Abb. 12). Neben ihren Ahnen sind den W. auch gewisse Schlangen heilig; man tötet diese nicht, sondern preist den glücklich, der von ihrem Biß gestorben ist.

Literatur: KolImann, Der Nordwesten unserer ostafrikanischen, Kolonie. Berl. 1898. - K. Peters, Das deutsch - ostafrikanische Schutzgebiet. Münch. u. Lpz. 1895. - O. Baumann, Durch Massailand zur Nilquelle. Berl. 1894.

Weule.