Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 658

Wakamba, nach Krapf von den Suaheli Warimangao genannt, mit Hamitenblut durchsetzte große Bantuvölkerschaft in Britisch-Ostafrika, nördlich und nordöstlich vom Kilimandscharo, im Flußgebiet des Athi und zu beiden Seiten der Ugandabahn. Nach Osten zu haben die W. die Wanjika im Hinterlande von Mombassa zum großen Teil verdrängt und fast die Küste erreicht; nach Süden finden sich W. in allen küstennahen Landschaften Deutsch - Ostafrikas, von Usambara über Usegua und Usagara bis Usaramo hinunter, wo sie unter der übrigen Bevölkerung in mehr oder minder kopfreichen Kolonien sitzen. Sie sind von schlanker Gestalt, wohlgeformtem Profil und wenig gekräuseltem, relativ langem Haarwuchs. Stammeszeichen ist das Zuschärfen der vier oberen Schneidezähne und das Ausschlagen der zwei mittleren unteren. Die Augenbrauen werden rasiert, die Wimpern mittels kleiner Zangen ausgerissen. Kleidung ist entweder gar nicht vorhanden oder besteht nur aus einem spannenlangen Stück Baumwollstoff und einem Sitzleder. Auf Reisen legt man aus Rindshaut gefertigte Sandalen an. Hüttenform ist der Zylinder mit Kegeldach; Beschäftigungen sind Feldbau, Viehzucht, Jagd und Handel.

Literatur: Krapf, Reisen in Ostafrika. Kornthal 1858. -v. d. Decken, Reisen in Ostafrika, Bd. 1. - J. M. Hildebrandt, Zeitschr. f. Ethnologie, 1878.

Weule.