Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 658

Wahutu (s. Tafel 169), in Ruanda die alteingesessene Bantubevölkerung im Gegensatz zu den Wahuma oder Watussi (s.d.). Die W. sind Ackerbauer, die in Einzelhöfen leben, welche je von nur einer Familie bewohnt werden. Nur in Gegenden dichterer Besiedlung rücken mehrere Gehöfte zu Weilern aneinander. Dichte Bananenhaine umgeben die Siedlungen, während die Felder oftmals an den steilen Gehängen der Berge auf geschickt ausgeführten Terrassen angelegt sind. Auch künstliche Berieselung ist nichts Seltenes. Wo, wie in den hochgelegenen Teilen West- und Nordruandas, die Banane nicht mehr gedeiht, sind Bohnen und Erbsen, Sorghum und Bataten die Hauptnutzpflanzen. An Zahl überwiegen die W. die herrschende Schicht der Wahuma bei weitem, indem von den 1,5 bis 2,5 Millionen Gesamtbevölkerung etwa 9/10. auf die W. und nur 1/10 auf die Wahuma entfallen. Je nach den Landesteilen werden die W. verschieden benannt; so Wakissaka in Kissaka, Wakiga in Lukiga.

Literatur s. Wahuma.

Weule.