Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 651 f.

Wafipa, der Hauptteil der Bevölkerung von Ufipa in Deutsch-Ostafrika am südlichen Ostufer des Tanganjika. Die W. sind Bantu, die zur Gruppe der Wanjamwesi (s.d.) gehören. Sie sind von tiefdunkler Hautfarbe mit angenehmen Gesichtszügen, gutmütig und frohsinnig. Hauptbeschäftigung sind Feldbau und Viehzucht. Ursprüngliche Hüttenform ist die des Zylinders mit aufgesetztem Kegeldach und umlaufender Veranda; neuerdings dringt von der Küste her die Viereckhütte mehr und mehr ein. Auch die bisher von den W. selbstgewebten groben Baumwollstoffe sind durch eingeführte Kattune schon fast verdrängt. Eigenartig ist die Regierungsform der W., indem neben dem Sultan noch die Moine Korosi oder Mama ja Sultani steht, eine Mitregentin, die zwar aus der Sippe des Sultans stammt, ihm aber nicht näher verwandt ist. Sie erfreut sich großer Vorrechte, so z. B. eines ausgedehnten Asylrechtes, besitzt einen Teil des Landes und erhält einen Teil der Steuern. Die ganze Einrichtung erinnert lebhaft an die Lukokescha als der Nebenregentin des Muata Jamvo im Lundareich.

Literatur: P. Fromm, Ufipa, Land und Leute. Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1912.

Weule.