Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 651

Wafiome, Wafiomi, die Bewohner der Landschaften Ufiomi, Iraku, Uassi und Burungi im Süden des Manjarasees in Deutsch- Ostafrika. Die W. sind der Sprache nach Hamiten (s.d.). Ihrem Wuchs nach sind sie hager, mittelgroß, von nicht unschönen Körperformen und feinen Gliedern; die Züge sind scharf und echt hamitisch. Beide Geschlechter sind beschnitten. Während die Frauen die, beiden mittleren unteren Schneidezähne ausbrechen, biegen die Männer die oberen nach Massaiart vor. Die alte Männerkleidung bestand aus einem Lederüberwurf, der spitzenartig in vielen feinen Löchern durchbrochen war. Heute herrscht auch hier der Kattun. Wohnform ist die Tembe (s.d.), die entweder zu einem Teil, oder wie in Iraku, gänzlich in den Boden versenkt wird. Iraku ist durch die Verbindungsgänge zwischen den einzelnen Temben und Zufluchtshöhlen förmlich unterminiert. Nach der Vernichtung des Viehstandes durch die Massai (s.d.) ist Feldbau die Hauptbeschäftigung.

Literatur: Baumann, Durch Massailand zur Nilquelle. Berl. 1894.

Weule.