Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 646 f.

Wabondei, Wabonde, Bantustamm im nordöstlichen Deutsch-Ostafrika, in der Landschaft Bondei zwischen Usambara und der Küste. Ihrer Überlieferung nach sind die W. Wasegua (s.d.), die vor Zeiten das Land bis zum Umba erobert und sich zu einer besonderen Stammeseinheit entwickelt haben. Seit geraumer Zeit werden die W. dafür von den Wadigo (s.d.) von Norden her, den Waschambaa (s.d.) von Westen, den Wasegua von Süden her eingeengt. Dazu nehmen Suahelisprache und -kultur bei ihnen überhand. Ursprüngliche Siedlungsform ist das Rechteckhaus mit abgerundeten Kanten und Satteldach. Undurchdringliches Gestrüpp verbirgt und schützt die Dörfer. Nach ihrer Überlieferung haben die W. einer beschränkten Anthropophagie gehuldigt, indem die Leber gefallener Krieger verzehrt wurde.

Literatur: Baumann, Usambara und seine Nachbargebiete. Berl. 1891.

Weule.