Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 619

Veterinäroffiziere sind die Tierärzte der Armee und der Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika, die sich in folgende drei Hauptklassen gliedern:

1. Generalveterinär mit dem Range als Oberst, Korps Stabsveterinäre mit dem Range als Major, Ober - Stabsveterinäre mit dem Charakter als Majore;

2. Stabsveterinäre mit dem Range als Rittmeister (Hauptmann);

3. Oberveterinäre mit dem Range als Oberleutnant, Veterinäre mit dem Range als Leutnant. In den Schutztruppen sind bisher V. der Kl. 2 und 3 vorhanden. Das aktive V.korps ergänzt sieh aus den Unterveterinären, die an der Militärveterinärakademie zu Berlin oder an einer tierärztlichen Hochschule ihre Ausbildung und die Approbation als Tierarzt (s. Tierärzte) erlangt und außerdem noch eine besondere militärische Ausbildung genossen haben, ferner aus approbierten Tierärzten, die während, oder im Verlauf ihrer Dienstpflicht zu einjährig - freiwilligen Tierärzten oder zu Unterveterinären befördert werden und demnächst im aktiven Dienste verbleiben, sowie aus Veterinären des Beurlaubtenstandes, die zum aktiven Dienst übertreten. An die V. werden, wie im §15 der Militärveterinärordnung vom 17. Mai 1910 hervorgehoben wird, im Frieden und im Kriege hohe Anforderungen in moralischer, körperlicher und technischer Hinsicht gestellt. Daher sind nur solche junge Männer für den Beruf des Militärtierarztes geeignet, die vornehme Gesinnung, Taktgefühl, geistige Regsamkeit, körperliche Gewandtheit und Berufsliebe besitzen.

v. Ostertag.