Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 618

Verwerfung. Mit diesem Namen bezeichnet man in der Geologie die Bruchlinien der Erdkruste, an denen ein Teil derselben mehr oder minder tief gegen den daneben liegenden Teil abgesunken ist, so daß nun an der Oberfläche Schichten verschiedenen Alters unmittelbar nebeneinander in demselben Niveau liegen oder jüngere Schichten gar in tieferem Niveau als ältere auftreten. (S. Schollenland.) Einen besonderen Fall bilden die sog. streichenden V. oder Überschiebungen, an denen ältere Schichten durch gebirgsbildende Kräfte unter mehr oder minder steilen Winkeln auf jüngere Schichten aufgeschoben sind. Auf den alten, "ausgeheilten", mit Gangquarz erfüllten V. finden sich oft wertvolle Erzlager (Gänge, s.d.) bzw. die erzführenden Schwermetallösungen sind öfter auf solchen V.klüften emporgedrungen und haben das Nachbargestein imprägniert und dort die Erze abgesetzt.

Gagel.