Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 602

Verbrauchssteuern. V. sind das einfachste Mittel, die zerstreute Bevölkerung von Kolonien zur Tragung der Staatslasten heranzuziehen, vorausgesetzt, daß dieser Verbrauch sich, an einer Stelle konzentriert, bequem erfassen läßt. Das liegt in erster Linie bei den Einfuhrzöllen vor, die überall die älteste und Hauptquelle kolonialer Besteuerung bilden. Die als V. bezeichnete Abgabe, welche in Deutsch-Ostafrika nach V. vom 1. Aug. 1891 und 30. Okt. 1893 von der Ein- und Ausfuhr gleichzeitig mit dem Zoll erhoben wurde, war nur ein Zuschlag zum Zoll, mit dem sie im Zolltarif von 1903 dann auch verschmolzen wurde (s. Zölle und Zolltarife). Schwieriger als auf dem Wege der Verzollung ist die Durchführung innerer V., bei denen jene Voraussetzung nur selten, wie z.B. bei der Salzgewinnung, vorliegt. In den neuen Verhältnissen der deutschen Schutzgebiete sind V. daher auch wenig entwickelt. S. Branntweinsteuer und Alkohol.

Rathgen.