Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 596

Ussumbwa, Landschaft Deutsch-Ostafrikas, die den NW von Groß - Unjamwesi (s. Unjamwesi) im zentralen Hochland des Schutzgebietes einnimmt. U. wird im N und W von Usindscha, Ussuwi, Uha (s.d.) begrenzt; wie weit man nach O, besonders aber nach S zu das Land als U. zu bezeichnen hat, ist ziemlich unsicher. Folgt man der Grenze desjenigen Dialektes des Kinjamwesi, den die Wassumbwa (s.d.) sprechen, so reicht U. mit schmalem Zipfel südwärts bis 4 3/4 ° s. Br. Gewöhnlich aber dürfte der Begriff U. nicht viel über 4° nach S ausgedehnt werden. Über das im Mittel gegen 1300 m hohe Granitland U. erheben sich wie in den n. und ö. Nachbarlandschaften mehrfach Hügel von Eisenquarzitschiefer. Im nördl. U. liegt Mariahilf, Station der Weißen Väter (s.d.), 1275 m ü. d. M. mit 827 mm Regen (fünfjähriges Mittel). Dicht dabei ist die neue Bezirksnebenstelle von Tabora (s.d.), Uschirombo, errichtet worden. Im NW, in der zu U. gehörigen, aber schon von Bukoba aus verwalteten kleinen Landschaft Ussambiro liegt 1250 m ü. d. M. Friedberg mit 893 mm Regen (fünfjähriges Mittel), an der Südgrenze von U., etwa 1350 m ü. d. M., Mariental - Ulungwa mit 969 mm Regen (dreijähriges Mittel, beide letzteren Orte Stationen der Weißen Väter, s.d.). Trockenwald, Buschsteppe und Grassteppe bilden das ursprüng. liche Pflanzenkleid des ziemlich dicht bevölkerten und gut angebauten U. Sorghum, Maniok, Bataten, Bohnen, Mais sind die wichtigsten Kulturpflanzen. In U. gibt es viel Vieh. Die Gesamtzahl der Wassumbwa (s.d.) im Bezirk Tabora wird auf etwa 190 000 zu schätzen sein. (Über den Rückgang der Bevölkerung s. Unjamwesi.) In der Unterlandschaft Runsewe im W. von U. sitzen 2500 Sulu -Wangoni (s. Wangoni), die am weitesten nordwärts vorgedrungenen ihres Stammes.

Literatur s. Unjamwesi.

Uhlig.