Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 595

Ussandaui oder Ussandawi, 3100 qkm große Landschaft Deutsch- Ostafrikas, ist aus hartem Granit aufgebaut. Es liegt da, wo die Bruchstufe von Nord-Ugogo (s. Ugogo) den Bubu (s.d.) kreuzt, Nord- und Süd - U. trennend. Dank diesem Höhenunterschied hat der Bubu samt seinen Nebenflüssen tief in Nord - U. eingeschnitten. Zur Trockenzeit gibt es in U. kein fließendes Wasser. Die Station U. (oder Korjo) der Väter vom Heiligen Geist (s.d.) in etwa 1300 m Mh. hat 539 mm Regen im vierjähr. Mittel. Nord - U. hat etwa eine Mittelhöhe von 1400, das viel kleinere Süd - U. 1100 m; soweit das Land nicht angebaut, ist es mit Buschsteppe und Buschwald bedeckt, der im dünner besiedelten Süd - U. recht dicht ist. Die Zahl der Wassandaui (s.d.) wird auf 25 000 bis 30 000 geschätzt, so daß die Volksdichte etwa 9 beträgt. Es sollen 30 000 Rinder im Land sein.

Literatur: E. Obst, Der östl. Abschnitt der Großen Ostafrikanischen Störungszone, Mitt. Geogr. Ges. Hamburg XXVII, 1913.

Uhlig.