Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 594

Usindscha oder Usindja, Usindsa, Usinsa, Landschaft von Deutsch-Ostafrika, umspannt die SW - Ecke des Victoriasees (s.d.). Zum Stufenschollenland des Zwischenseengebiets (s.d.) gehört nur der nördlich vom Mssaigabach gelegene nw. Teil der Unterlandschaft Kimoani am Westufer. Das ganze übrige U. ist wie das angrenzende Groß- Unjamwesi (s. Unjamwesi) Urgesteinsland, besteht im wesentlichen aus Granit, neben dem sehr stark gefalteter Eisenquarzitschiefer (Itabirit) frühkambrischen Alters mit äquatorialem Streichen, auch andere Kristalline Schiefer vorkommen. Die Eisenerze haben von alters her für die Wasindscha (s. Wassindja) eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung, während das mit ihnen verbundene Goldvorkommen (Bismarck-Riff usw.) sich bisher nicht als abbauwürdig erwies. Eben diese Teile von U. sind fast gebirgig zu nennen. Über die Regenverhältnisse U.s gibt es noch kein Zahlenmaterial. Nach der Vegetation zu urteilen, ist der NW ziemlich regenreich, demnächst auch das übrige Uferland, der S trocken. Hier findet sich Busch- und Grassteppe, weiter nördlich Trockenwald, in der Nähe des Sees dichter, teilweise immergrüner Buschwald, wohl hauptsächlich Alluvialwald (s. Deutsch-Ostafrika 6). Die Niederungen in der Nähe des Sees sind oft sumpfig und sehr ungesund (s. Victoriasee und Schlafkrankheit). Etwa 38 000 Wasindscha, 3000 ihnen nah verwandte Walongo und 2000 Wassumbwa (s.d., bewohnen das 8400 qkm große U., die Volksdichte beträgt also im Durchschnitt 5; sie ist in der Nähe des Sees recht erheblich, im Innern um so geringer. Außer 3000 Rindern ist reichlich Kleinvieh in U. vorhanden. Die Grenze zwischen Muansa (s.d.) und Bukoba (s.d.) weist den kleineren, dicht bewohnten NW von U. zu letzterem Bezirk; dies Gebiet wird jetzt. ganz als Kimoani (s.o.) bezeichnet.

Uhlig.