Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 580

Upogoro, die Landschaft von Deutsch-Ostafrika, die die Mitte des Bezirks Mahenge (s.d.) einnimmt. Es ist ein noch wenig bekanntes Gneisgebirgsland, bei dessen Abgrenzung gegen die Ulangaebene (s. Rufiji) im N und gegen das weniger tief gelegene Land der Lorembero- (s.d.) Ebene im SO tektonische Vorgänge vermutlich mitgewirkt haben. Wo aber die Grenze des Urgesteins gegen die Kreide (Makondeschichten, s.d., sind noch im Tal des Luwegu, also 35 km weiter südöstlich, festgestellt) des Vorlands (s. Deutsch-Ostafrika 2) liegt, ist noch ganz unbekannt. Ebenso wenig weiß man über den Zusammenhang von U. mit Ungoni (s.d.). Der höchste Teil von U., der schmale Rücken des Muhulugebirges, an dessen Nordende die Station Mahenge liegt, erhebt sich zu mindestens 1200 m ü. d. M. Die Regenmengen sind recht bedeutend (s. Mahenge); die Vegetation besteht in der Höhe zum Teil aus immergrünem Wald, weiter unten hauptsächlich aus Miombo (s.d.). Sorghum, Reis, Mais, Bataten, Bohnen und Bananen, auch Tabak werden angebaut. Die Wapogoro (s.d.), etwa 50 000 an Zahl, bewohnen das Gebirgsland bis hinab zum Rand der beiden Ebenen (s.o.). Am Fuß des Muhulugebirges sitzen sie sehr dicht. Die Größe von U. ist ganz roh auf 5000 qkm zu schätzen. Die kleine Gebirgslandschaft Nduëwe und die Mbarikaberge, beide im SW, können vielleicht zu U. gerechnet werden. Beide Gebiete und das südlich benachbarte, vom Luwegu (s.d.) durchflossene Mgende sind dünn von Wanduëwe und von den ihnen nahe verwandten Wangindo (s.d.) besiedelt.

Literatur: s. E. Scholz' Beitr. z. Geol. usw., unter Njassa. (noch nicht benutzt).

Uhlig.