Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 578 f.

Unter - Cimbebasien, Apostolische Präfektur. Nach Scheiterung der Missionsversuche der Väter vom hl. Geist in den siebziger Jahren errichtete die Propaganda 1892 die Präfektur unter obigem Titel für den nördlichen Teil von Deutsch - Südwestafrika (die Grenze nach Süden ist ungefähr der 23. Grad s. Br.) und übertrug das Gebiet den Oblaten der unbefleckten Jungfrau Maria (s.d.). Diese kamen 1896 ins Land, mußten aber in den ersten Jahren, durch die Regierung von der Mission an den Herero zurückgehalten, sich mit der Pastoration deutscher Einwanderer und Soldaten begnügen. Auch nach Fallen der Schranken blieb die Heidenmission, mit Ausnahme der Betschuanen, sehr wenig erfolgreich; der Aufstand zerstörte 2 Stationen. Doch konnte zu den schon früher bestehenden Stationen Windhuk und Swakopmund noch Usakos für die Kaffern errichtet und eine zweite große Farm (Döbra) angelegt werden. Nunmehr haben auch die Hereros Katholische Missionare zugelassen, die übrigens 80 Waisenkinder aus diesem Stamme erziehen. Für die Bastards ist 1906 in Windhuk ein eigenes Erziehungsheim gegründet worden. Nach der Statistik von 1912 arbeiten 23 Priester, 25 Brüder und 22 Schwestern unter der Hilfe von 11 Katechisten in der Präfektur. Auf 11 Haupt- und 25 Nebenstationen befinden sich 1537 weiße und 1034 Eingeborene Christen und 457 Katechumenen. 38 Schulen sind von 86 weißen und 446 farbigen Schülern besucht. Die Hoffnung des apostolischen Präfekten (P. Klayele) ruht auf dem Okawango. Von den Erfolgen der Missionare sprechen auch die ausgezeichneten Farmen und Gärten, die bei den Betschuanen zur Nachahmung führten, die Mittelschule für Knaben und Mädchen sowie andere Fürsorge für die Europäer (Leihbibliothek, musikalische und Vortragsabende, große Spitäler zu Windhuk und Swakopmund, Abendschulen). In den Eingeborenenschulen. beginnt man sofort mit deutschen Sprechübungen, Lesen und Schreiben in Deutsch folgt später. Windhuk besitzt auch eine katholische Handwerkerschule. Die Hauptstationen sind: Windhuk, Klein - Windhuk, Swakopmund, Epukiro, Döbra, Usakos, Omaruru, Okombahe, Gobabis, Grootfontein, Nyangana, dazu nächstens Andara. Die Schwestern, Franziskanerinnen aus Nonnenwerth, arbeiten auf 4 Stationen, meist in Schule und Krankenhaus.

Literatur: Maria Immaculata. Hünfeld, fortlaufend. - Missionsberichte, Weißbuch 1909. - Die Kath. Missionen 1906/07, 176 - 183. - P. Schwager, Die Heidenmission der Gegenwart. II. 131 ff. Steyl 1908. - Schmidlin, Die kath. Missionen, Münster 1913, 94 ff. - Mirbt, Mission u. Kolonialpolitik, 47 ff. Tübingen 1910.

Schmidlin.