Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 572 f.

Undali oder Bundali, Landschaft in Deutsch-Ostafrika, am Nordende des Njassa, nimmt zusammen mit den beiden anderen kleinen Landschaften Malila und Urambia und dem weit nach NW vorgeschobenen größeren Unjika (s.d.) eine horstartige Scholle (s. Schollenland) ein. Sie liegt in dem Verbindungsstück des Njassamit dem Rukwa- (s.d.) Graben. Nach NO hin ist die Abgrenzung der Scholle gegen die den Hauptteil des Grabens absperrenden jungvulkanischen Ergüsse von Konde (s.d.) deutlich zu erkennen. An dem SW - Rand der Scholle. bildet im Norden der Nkanagraben (s. Rukwa) eine auch orographisch deutliche Grenze, während eine derartige im Süden fehlt; sie liegt dort zum Teil im Tal des südlichen Ssongwe (s.d.). Die ganze Scholle besteht im wesentlichen aus Urgestein. Doch treten an dem Ostrand im Gebiet des Kiwira, der n. von Ssongwe in den Njassa mündet, die Schichten der Karruformation (s.d.) zutage auf kleinen Schollen, die gegen das Urgesteinsland in Verwerfungen abgesetzt sind und ihre Erhaltung der tieferen Lage verdanken. Hier liegt zwischen dickbankigen, festen Sandsteinen im Liegenden und Schiefertonen, Sandsteinen, Kalken im Hangenden das bekannte Steinkohlenvorkommen mit einer Gesamtmächtigkeit von 20 m, in dem einzelne Flöze 2 bis fast 5 m Mächtigkeit erreichen. Die Schichten fallen flach nach O ein. Die Kohlen sind im Durchschnitt nicht besonders wertvoll; so ist der nicht unerhebliche Vorrat (350 000 t wären leicht abzubauen) bis jetzt kaum genutzt worden. - U. liegt mit etwa 1450 m mittlerer Höhe zwischen Kiwira und Ssongwe. Urambia schließt sich am rechten Ufer des Ssongwe in etwa gleicher Höhenlage nordwestwärts an. Malila liegt nach NO im Gebiet der Quellflüsse des Kiwira mit fast 2000 m mittlerer Höhe. U. und Malila haben nach Vegetation und Klima viel Ähnlichkeit mit Ober - Konde. Urambia ist trockener. Isoko, Station der Herrenhuter (s.d.), in U., 1500 m ü. d. M., hat 1694 mm Regen im fünfjähr. Mittel. . Iledje, etwa 1600 m ü. d. M., in Urambia, hat dagegen 607 mm (zweijähr. Mittel). U. ist ähnlich dicht wie Konde (s.d.) von Wandali (s.d.) bewohnt. Wamalila und Warambia sind nur in geringer Zahl vorhanden. Urambia gehört nicht mehr zum Bananenland. Mais, Eleusine, Bohnen und von Europa eingeführte Kartoffeln werden in allen 3 Landschaften sorgfältig angebaut. In U. stehen sehr viel Rinder. Die beiden andern Landschaften sind ärmer an Vieh.

Literatur: s. die Arbeiten von Bornhardt, Fülleborn und Frey unter Njassa, die von Dantz unter Rukwa.

Uhlig.