Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 569

Ukami, Landschaft von Deutsch-Ostafrika, die sich in langgestreckter, westöstlicher Richtung von den Nordwesthängen Ulugurus (s.d.) nach dem Unterlauf des Kingani (s.d.) hinzieht und in dessen linkem Ufer bis zu etwa 40 km Abstand vom Ozean reicht. U. schließt fast den ganzen Lauf des Ngerengere (s.d.) ein und gehört zu sehr verschiedenen natürlichen Gebieten. Hochweiden mit etwas Höhenwald bedecken U. im W, es folgt Buschland aller Art, was den größten Anteil an der Landschaft hat; hieran schließt sich die alluviale Grassteppe am Kingani. Die Westhälfte von U. ist Urgesteinsland, die Osthälfte, etwa vom Ort Ngerengere an, besteht aus Sandsteinen, Kalken und Tonen des Jura, ist ähnlich gebaut wie Ukwere und Usaramo (s.d.), hat dasselbe Klima wie diese Landschaften, nur etwas weniger Regen, weil es im Windschatten von Usaramo liegt. Das Gemeinsame dieser Landschaftsteile besteht in der Bevölkerung, den Wakami (s.d.), deren Zahl Anfang 1913 auf 26 000 zu schätzen war. Davon kommen neuerdings etwa 1500 auf den Bezirk Daressalam, früher auf Bagamojo (s.d.), der Rest auf Morogoro (s.d.), um dessen gleichnamigen Hauptort die Bevölkerung am dichtesten sitzt. Die Volksdichte des 4600 qkm großen U. ist danach 5,7. An Vieh sind eigentlich nur Ziegen vorhanden. Mais, Sorghum, Bananen, Maniok, Bataten werden angebaut, in Ost - U. auch Reis. Die Zentralbahn verläuft durch U. dessen Länge nach.

Uhlig.