Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 568

Uheia oder Kisiba (im weiteren Sinne) ist der Sammelname für einige Landschaften von Deutsch- Ostafrika, die sich im Zwischenseengebiet (s.d.) westlich vom Victoriasee, südlich vom Kagera (s.d.) bis zu den Landschaften Usindscha und Ussuwi (s.d.) im S erstrecken. (Ursprünglich wurde die Bezeichnung U. nur für die Umgebung von Bukoba, s.d., gebraucht.) Außer Kisiba (s.d.) im engeren Sinne, Ihangiro (s.d.), Kjanja (s.d.) gehören zu U. noch als kleinste Glieder im NO: Bugabu mit 280 qkm und 18 000 Bewohnern, Kjamtwara mit 350 qkm und 20 700 Menschen. Das ergibt für diese zwei Sultanate die sehr große Volksdichte von 64 und von 59. Die Bevölkerung von ganz U. wird von den einen Forschern Waheia (s.d.), von den andern Basiba genannt. Ihr Nationalgeist heißt Kisiba. Die Basiba stehen überall unter Häuptlingen, Sultanen vom Stamm der Wahinda oder Wahima (s. Wahuma). - Ganz U. ist Bananenland, daneben werden hauptsächlich Bohnen, Sorghum, Mais, Erdnüsse gebaut. Überall wird seit altersher der Kaffeebaum (s.d., kleinbohnige Abart des arabischen) angepflanzt, die Bohnen als Genußmittel roh gekaut. Neuerdings bauen Eingeborene und Europäer diesen Kaffee für den Export (s. Bukoba).

Literatur: H. Rehse, Kiziba. Stgt. 1910. - M. Weiß, Die Völkerstämme im Norden Deutsch-Ostafrikas. Bln. 1910.

Uhlig.