Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 566 f.

Uha, Sammelname für die Landschaften Deutsch-Ostafrikas, die zwischen Unjamwesi (s.d.) im weiteren Sinne und dem Tanganjika (s.d.) nordwärts an das Tal des oberen Mlagarassi (s.d.) und seines Nebenflusses Lumpungu, nach S an das Tal des unteren Magarassi grenzen. Der O von U. gehört noch der welligen Ebene des zentralen Hochlands an, besteht wohl aus Granit und alten Schiefern, die von Deckschichten verhüllt sind. Die viel größeren w. Hälfte U.s muß zum Zwischenseengebiet (s.d.) gerechnet werden. Denn die alten sedimentären Gesteine der Zwischenseenformation am Westufer des Victoriasees scheinen sich ununterbrochen durch Ussuwi (s.d.) und U. zum Tanganjika (s.d.) fortzusetzen. In dem Sandstein dieser Formation tritt n. vom Magarassi häufig Diabas auf. Seine Verbreitung scheint Linien zu folgen, die von SW nach NO angeordnet sind. Das ist die auch in den Tälern vorherrschende Richtung, eine Ablenkung des am südlichen Westufer des Victoriasees verbreiteten SSW - NNO - Streichens. Das Gebiet des oberen Mlagarassi (s.d.) ist stark zerschnitten und wasserreich. Die Höhen dürften 1900 m erreichen. Die Niederschläge sind hier viel reichlicher als im O; Kassulo in 1700 m Mh. (Offiziersposten der 6. Kompagnie der Schutztruppe) hat 1213 mm Regen (wohl dreijähr. Mittel). Trockenwald, Grassteppe und Busch bilden die Vegetation des O, im W herrscht Buschwald des Gebirges, der zum Teil in Hochweideland umgewandelt ist. U. ist noch zum Teil Bananenland; im übrigen werden Hülsenfrüchte, Sorghum, Mais, Erdnüsse, Süßkartoffeln, Maniok (s.d.) angebaut. U. ist namentlich in seinen nw. Teilen noch wenig bekannt, noch wenig von der deutschen Verwaltung berührt. Die Waha (s.d.), von Watussi (s.d.) beherrscht (s. Zwischenseengebiet), haben eine Seelenzahl von ungefähr 170 000, was bei einer Größe von 23 100 qkm (die Landschaft Udjidji bis zum Mlagarassi beidemal nicht eingerechnet) die Volksdichte 7 ergibt. Sie ist viel zu gering für das fruchtbare Land. Große Teile von U. kommen für die Besiedlung durch Europäer in Betracht. U. ist ziemlich reich an Vieh. Der weitaus größte Teil des Viehs, was für den Bezirk Udjidji (s.d.) angeführt ist, gehört zu U.

Literatur: P. Fuchs (und A. Hautter), Wirtschaftl. Eisenbahn - Erkund. im mittl. und n. Deutsch-Ostfafrika, Beih. zum Tropenpflanzer, 1907.

Uhlig.