Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 564

Ufiome, Landschaft des nördl. abflußlosen Gebietes von Deutsch-Ostafrika. Zusammen mit dem südlich angrenzenden Uassi nimmt es eine höher liegende Urgesteinscholle ein, die nach O zur Massaisteppe (s.d.) durch eine Bruchstufe begrenzt ist, in gleicher Weise aber auch nach W gegen das Land unmittelbar am Fuß der Großen Ostafrikanischen Bruchstufe (s.d.). Letzterer nähert sich die U. - Scholle auf wenige Kilometer. Die Mittelhöhe der beiden Landschaften beträgt etwa 1600 m. Der höchste Berg ist der anscheinend in sehr junger Zeit über das altkristalline Land aufgetürmte, breite, mit tropischem Höhenwald bedeckte Kegel des U. - Berges; der Rand des flachen Kraters erreicht 2440 m Mh. Nach S hängt die U. -Scholle mit Irangi (s.d.) innig zusammen, nordwärts führt allmählicher Abfall nach Umbugwe (s.d.). Die Regenmengen reichen aus für den recht intensiven Anbau der fruchtbaren Böden. Auf der Station U. der Väter vom Heiligen Geist (s.d.), s. vom U. -Berg, wurden in etwa 1380 m Mh. 676 mm (dreijähr. Mittel) gemessen, Busch und Steppenwald sind die vorherrschenden Vegetationsformationen. Es wird viel Pennisetum, etwas Sorghum (s.d.) angebaut, auch Eleusine (s.d.), ferner Bataten. U. hat etwa 2000 Rinder und 10 000 Stück Kleinvieh. Wauassi und Wafiome (s.d.) sind einander nahe verwandte Hamiten. Die Stämme werden zu 5800 und 10 000 Menschen geschätzt, so daß die zusammen etwa 3100 qkm großen, zum Bezirk Kondoa - Irangi (s.d.) gehörigen Landschaften die Volksdichte 5 haben.

Literatur: E. Obst, Der östl. Abschnitt der großen Ostafrikanischen Störungszone, Mitt. Geogr. Ges. Hamburg XXVII, 1913. - F. Jaeger, Das Hochland der Riesenkrater, Erg. - H. 4 u. 8, Mitt. a. d. d. Sch. 1911/1913.

Uhlig.