Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 561

Ubena, Landschaft von Deutsch-Ostafrika, die sich vom Graben des Großen Ruaha (s.d.), damit von Ussangu (s.d.), südwärts bis nach Ungoni (s.d.) erstreckt; nach W reicht U. bis zum Livingstonegebirge, nach O bis zur Niederung des Kilombero (s. Rufiji), und bis nach Uhehe (s.d.). Dies die Grenzen von U. im weiteren Sinne; man kann es als südliche Fortsetzung des Ostafrikanischen Randgebirges (s.d.) ansehen. Doch grenzt es nicht mit einem Steilrand gegen das Vorland, sondern der Übergang vollzieht sich allmählich in den Unterlandschaften Matumbi (s.d. 2), Lupembe (s.d.) und dem n. davon gelegenen Utemekwira, das zu U. gehört. U. ist auch nicht ein einigermaßen einheitliches Gneisland, sondern. aus verschiedenem Urgestein aufgebaut, dessen Lagerungsverhältnisse noch sehr wenig bekannt sind. Zu U., im weiteren Sinne, wird auch Mbejera (s.d.) gerechnet. Abgesehen von diesen 4 Landschaften ist U. etwa 20 100 qkm, mit jenen etwa 30 900 qkm groß; es steigt von 1200 m durchschnittlicher Höhe im N auf fast 1800 m im S, in Mbejera. Das Felsgerüst U.s wird weithin von Deckschichten eingehüllt. Die flachwelligen Formen werden von manchem tief eingeschnittenen Tal zerfurcht. Das Klima von U. ist gesund, der Regen ist ziemlich reichlich, weniger in der Mitte, wo Kidugala 810 und im N, wo Ilembule nur 589 mm (fünfjähr. Mittel) hat, als im S, wo in Jakobi 1080 mm Fallen (dreijähr. Mittel), und im O (s. Lupembe). Die Trockenzeit des kontinentalen Passatklimas (s. D. - O. 4) ist recht streng. Grasland und Hochgebirgsweiden mit etwas Busch sind die vorherrschenden Vegetationsformationen. Immergrüner Höhenwald kommt an einzelnen Stellen vor. Die Bewohner von U. sind die Wabena (s.d.). Ihre Zahl in U. im weiteren Sinn, aber ohne Matumbi (s. d. 2) beträgt etwa 40 000, was der Dichte 1,5 entspricht. U. ist sorgfältig angebaut, hauptsächlich mit Mais, Eleusine, Bataten, Bohnen, Erbsen. Die Viehzucht beginnt sich zu heben. Im mittleren U. liegt der gleichnamige Offiziersposten der 2. Kompagnie der Schutztruppe. Von hier ist Heliographenverbindung nach Neu - Iringa (s.d.) und Muakete (s. Ukinga). In U. liegen 5 Stationen der Berliner Missionsgesellschaft, darunter Kidugala mit ärztlicher Station.

Uhlig.

Literatur: s. E. Scholz unter Njassa.