Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 530

Tornado. Unter T. versteht man an der Guineaküste heftige aus nordöstlicher oder östlicher Richtung wehende Gewitterböen. Sie erreichen Stärke 8 - 9 der Beaufortskala. Der erste Stoß ist der heftigste. Meist weht der T. 1/2 Stunde oder weniger, mitunter bis 3 Stunden mit nahezu derselben Stärke, um mehr oder weniger schnell zur Windstille abzuflauen. Gelegentlich treten mehrere T. an einem Tage auf. In den deutschen Kolonien kommen T. in Kamerun und Togo bis zum Norden hin (Sansane - Mangu) regelmäßig vor. Sie treten am häufigsten im November, wie Mai und Juni auf, vor und nach der Harmattanperiode. Die T. sind charakterisiert durch die bogenförmig aufsteigende dunkle Wolkenbank, von der der starke Wind plötzlich losbricht. T. leiten die Regenzeit ein und begleiten ihren Ausgang; zur Höhe der Regenzeit fehlen sie in Kamerun wenigstens meist ganz. Daher spricht man auch von den T.zeiten, im Gegensatz zur eigentlichen Hauptregenzeit.

Heidke.