Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 482

Tierheilkunde. Die T. befaßt sich mit der Behandlung kranker Tiere (praktische T.), mit der Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen (Veterinärpolizei, s.d.), mit der Ausübung der Fleischbeschau (S.d.) und der Milchkontrolle (öffentliche Gesundheitspflege), mit der Gesunderhaltung der Tiere durch vorbeugende Maßnahmen (Veterinäre Gesundheitspflege), mit Tierzucht und mit gutachtlicher Tätigkeit in gerichtlichen Fällen (gerichtliche T.). Die Vorbedingungen für die Berechtigung zur Ausübung der T. s.u. Tierärzte. Die T. hat für alle Länder, in denen die Tierzucht und die Tierhaltung von Bedeutung sind, eine große Wichtigkeit erlangt durch die Abwehr und Unterdrückung der verheerenden Tierseuchen, welche die Tierzucht und Tierhaltung in Frage stellen. Außerdem hat die T. eine wichtige Aufgabe in der öffentlichen Gesundheitspflege des Menschen zu erfüllen durch die Ausübung der Fleischbeschau und der Milchkontrolle und die hierdurch bezweckte Verhütung der auf den Menschen durch Fleisch- und Milchgenuß übertragbaren Krankheiten. Die T. ist mit Bezug auf diese Aufgaben in allen Ländern durch die Einrichtung eines staatlichen Veterinärwesens geregelt.

v. Ostertag.