Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 480

Tiekbaum (s. Tafel 188), Tectona grandis, Familie der Verbenaceen, der wichtigste Nutzholzbaum der Tropen. Seine Heimat sind einige Gebiete des vorder- und hinterindischen Festlandes und einige Inseln des Malaiischen Archipels, in erster Linie Java und Madura, dann Südcelebes und einige kleinere Inseln. In bezug auf die geognostische Unterlage nicht wählerisch, steigt er vom Meeresspiegel bis ca. 700 m, nach manchen Angaben sogar bis 1200 in in die Höhe. Monsunklima mit einem Wechsel von Trockenzeiten und Regenzeiten scheint ihm ,am meisten zuzusagen. Der Baum ist Gegenstand einer geregelten Forstwirtschaft, die in Niederländisch- Indien mit einer 80jährigen Umtriebszeit rechnet. Er gehört zu den wenigen Holzarten, die in ziemlich reinen Beständen in der Natur vorkommen, bildet aber auch mit anderen Holzarten Mischwälder. In der Jugend raschwüchsig, erreicht der Baum doch nur etwa die Höhe unserer Laubbäume. In der Tracht erinnert er etwas an die Eichen. Doch trägt er weit größere ganzrandige, rauhe, elliptische bis eiförmige Blätter, die in der Trockenzeit abfallen. Die kleinen hellfarbigen Blüten stehen in großen Rispen und erscheinen auf Java manchmal schon vom 8. Lebensjahr des Baumes an und dann alljährlich bis ins höchste Alter. Die in den aufgeblasenen Kelch eingeschlossenen Früchte sind 2- 4samige, sehr harte, filzig behaarte Steinfrüchte von etwas mehr als Haselnußgröße. Das Tiekholz ist termitensicher und bringt eingeschlagene Nägel nicht zum Rosten. Es gleicht in Härte und Farbe dem Eichenholz, kommt aber in vielen Varietäten vor. Oft machen weiße, durch mineralische Einlagerungen in den Gefäßen entstehende Längslinien es kenntlich. Als Schiffsbauholz, namentlich für Tropenschiffe, wird es von keinem anderen Holz übertroffen, und auch als Bauholz und Möbelholz findet es viel Verwendung. Handelssorten sind Mulmein-, Rangoon-, Bangkok- und Java- Tiek oder Djati. Wegen Tieckanpflanzungen in deutschen Schutzgebieten s. Forstwesen 3 f.

Literatur: Beihefte zum Tropenpflanzer Bd. VIII Nr. 9 7

Büsgen.