Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 440 f.

Swakop (s. Tafel 44), der nächst dem Großen Fischfluß (s.d.) wichtigste unter den Regenflüssen von Deutsch - Südwestafrika. Der S. nimmt seinen Ursprung in dem östlich von Okahandja liegenden Übergangsgebiet zwischen den zentralen und den zum mittleren Hererolande zu rechnenden Erhebungsmassen. Dieser ostwestlich gerichteten Flußrinne kommt indessen hydrographisch keine größere Bedeutung zu, als der in der Nähe von Groß - Barmen sich mit ihr vereinigenden Flußrinne des Windhuker Flusses, der daher vielfach geradezu als Windhuker S. bezeichnet wird. Der Fluß behält zunächst seine vorwiegend westliche Richtung bis Über Otjimbingwe hinaus bei, erst von 16° ö. L. an wendet er sich nach Südwesten, um später wieder in westlichem Laufe das Meer zu erreichen. Das Tal des Flusses ist bis westlich lieh vom genannten Meridian von flachen Höhen begleitet, nimmt aber im Westen ähnlich wie das des unteren Kuiseb (s.d.) mehr und mehr die Gestalt eines bis 200 m unter das Hochland eingeschnittenen Cañons an, der sich nach der Küste zu erst unterhalb der Einmündung des von Norden kommenden Khanriviers öffnet. An der Küste selbst bildet der Fluß die Grenze zwischen dem Dünenlande des Walfischbaigebiets und der auf der deutschen Seite von Dünen freien Namibfläche, da die in das breite Bett des Swakop hineingewehten Sandmassen durch die abkommenden Gewässer von Zeit zu Zeit in das Meer hinausgeschafft werden. - Der S. führt namentlich von seinem Ursprungsgebiet aus recht beträchtliche Wassermassen in seinem Grundwasserstrome zu Tale; auch kommt er viel häufiger bis zum Ozean hin. ab als der Kuiseb. So ist auch er, ähnlich wie der Größe Fischfluß, die wahre Lebensader für das von ihm durchzogene Gebiet, ohne die weder Otjimbingwe noch Swakopmund je die Bedeutung hätten erlangen können, die jenes dereinst besaß, dieses gerade in neuerer Zeit gewonnen hat. Das öftere Abkommen dieses Flusses wird schon aus seinem (hottentottischen) Namen erklärlich, der, das schmutzigbraune Wasser des fließenden Riviers mehr deutlich als gesellschaftsfähig bezeichnend, etwa "das Dreckwasser, das aus dem Hintern läuft" bedeutet. An dieser Stelle mag nachdrücklich betont werden, daß die unglückliche Schreibweise Swakop, deren richtige Aussprache nur einem Sachsen oder Thüringer möglich ist, zugunsten der richtigen "Swakob" lautenden verlassen werden sollte. Die alberne Herleitung von Kop, Koppie, der man immer öfter begegnet, würde allein damit aus der Welt geschafft werden. Die Wasserführung des S. und die Verkehrsbedeutung seines Tales ebenso wie die anderer Riviere ist unter Deutsch-Südwestafrika, 4. Gewässer, ausführlicher behandelt (s.d.).

Literatur: K. Dove, Deutsch-Südwestafrika, Erg. - Heft zu Peterm. Mitt. Gotha 1897. H. v. Francois, Nama und Damara. Magdebg. - Th. Rehbock, Deutsch - Südwestafrika. Berl. 1898.

Dove.