Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 409

Steyl, die größte deutsche Missionsanstalt auf katholischer Seite, als Mutterhaus der Gesellschaft des Göttlichen Wortes (s.d.) 1875 gegründet. Sitz der Generalleitung, mit einer Gymnasialschule für die Missionszöglinge, einem sehr reichhaltigen, Missions- und völkerkundlichen Museum über Togo, Kaiser-Wilhelmsland, Kiautschou usw. und einer ansehnlichen Bibliothek, mit großen wirtschaftlichen und industriellen Anlagen die zugleich der Ausbildung der Brüder dienen, vor allem mit einer gut entwickelten Druckerei, auf der das Steyler Missionswerk materiell fast ganz beruht. Durch die in S. hergestellten Schriften und die damit verbundene blühende Kolportage, der einzigen in größerem Maßstab, die man katholischerseits besitzt, stiftet das Steyler Missionshaus auch unschätzbaren intellektuellen und moralischen Segen in der Heimat. In. S. werden die zahlreichen religiösen wie profanen Werke (Katechismen, biblische Geschichten, Lesebücher, Grammatiken, Wörterbücher usw.) für die Steyler Missionsgebiete gedruckt. Im Zusammenhang mit dem Generalat des männlichen Ordenszweiges steht auch das des weiblichen (Dienerinnen des hl. Geistes), mit Schwesternanstalt ebenfalls in Steyl.

Literatur: P. Fischer, Für Christi Reich, 35 ff. Steyl 1911. - F. Schwager, Arnold Janssen, Stifter der Steyler Missionsgesellschaft, 6 ff, Hamm 1910.

Schmidlin.