Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 402
Staudämme, auch Talsperren genannt, dienen zur Aufspeicherung des Wassers in Bach- oder Flußbetten oder Talmulden für Zwecke der Wasserversorgung, Bewässerung, Wasserkraftgewinnung oder Regulierung des Wasserabflusses. Sie werden aus Erd- oder Steinschüttungen oder Mauerwerk hergestellt, wobei auf Wasserdichtigkeit und guten Anschluß an den undurchlässigen Untergrund zu sehen ist. Ausgeführt sind S. hauptsächlich in Südwestafrika. Im ganzen gibt es im Schutzgebiet zurzeit etwa 500 Dämme. Meist sind es kleinere, die der Wasserversorgung, namentlich für Tränkezwecke, dienen. Ein kleiner Teil wird für die Bewässerung von Gärten benutzt, und erst wenige reichen für die Bewässerung von Anbauflächen erheblicheren Umfangs aus. Die größten S. im Schutzgebiet finden sich auf folgenden Farmen (die Zahl hinter dem Namen der Farm gibt den ungefähren Inhalt des Staubeckens in Kubikmetern an): Karris im Bezirk Gibeon 7 200 000, Ukamas im Bezirk Warmbad 4 000 000, Mariental im Bezirk Gibeon 4 000 000, Hoffnung im Bezirk Windhuk 400 000, Hoffnungsfelde im Bezirk Windhuk 350 000. Als bemerkenswerte Vorschläge sind zu nennen die Projekte für die Talsperren an der großen und kleinen Naute. Erstere soll bei 26,5 m Dammhöhe mehr als 100 000 000 cbm fassen, letztere bei 13 m Dammhöhe etwa 2 700 000 cbm. In neuester Zeit stehen Talsperrenbauten im Fischflußgebiet im Vordergrund des Interesses.

Fischer.