Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 400

Starrkrampf, Tetanus, Wundstarrkrampf ist eine durch einen Bazillus, den durch endständige Sporen ausgezeichneten Tetanusbazillus, erzeugte Infektionskrankheit, die durch das Auftreten schwerer Krampfzustände des ganzen Körpers, besonders auch der Kiefermuskulatur (Trismus) charakterisiert ist. Die Krankheit ist häufig tödlich. Die Infektion erfolgt durch Eindringen des Tetanusbazillus, der im Boden vorkommt, in die Haut; Verletzungen mit Holzsplittern, rostigen Nägeln, Geräten in Viehställen u. a. führen zu Infektionen. Durch Serumbehandlung ist es in einigen Fällen gelungen, Heilungen zu erzielen. Das Serum wird entweder subkutan oder in den Rückenmarkskanal eingespritzt. Der Tetanus ist in den Tropen häufiger als in der gemäßigten Zone, da infolge Mangels an Fußbekleidung bei den Eingeborenen der Tropen diese der Infektionsgefahr in verhältnismäßig hohem Maße ausgesetzt sind.

Werner.