Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 338

Sekenke, Ort in Deutsch- Ostafrika am Kironda (s. Iramba), kurz vor dessen Mündung in den Wembäre (s.d.), 1090 m ü. d. M. Die Regenmenge beträgt 616 mm (vierjähr. Mittel), ziemlich viel für die Lage. Die Tagestemperaturen sind ungewöhnlich heiß, die Nächte ziemlich, kühl. S. wurde dadurch bekannt, daß dort 1906 Gold in abbauwürdiger Menge gefunden und in der Folge ein zehnstempeliges Pochwerk eingerichtet worden ist. In diesem Teil des altkristallinen Hochlandes erhebt sich als ganz flacher Rücken bis zu 60 m über die tiefste Rinne der Senke eine aus zwei verschiedenen Dioriten zusammengesetzte Scholle. An der Grenze der beiden treten Quarzgänge (der wertvollste ist das Dernburg -Riff), linsenförmig im Querschnitt auf, die von NNW nach SSO streichen und ziemlich senkrecht einfallen. In diesen Quarzen kommt viel feinverteiltes Gold (s.d.) vor. Der Gehalt war bisher etwa 40 g auf die Tonne, stieg aber bis zu 150 g. Der Betrieb hat an einer Stelle 50 in Tiefe erreicht. 1909 - 12 wurden fast 1000 kg Gold produziert (für etwa 2,7 Mill. M). 1912 und 1913 war die Ausbeute weniger günstig als früher; doch scheint sie sich jetzt wieder zu erholen. - Auch in den Deckschichten der Umgebung von S. (sie bestehen aus Sandsteinen und Konglomeraten, sind Seebildungen), wurde Gold gefunden, bisher aber nicht in abbauwürdiger Menge (s.a. Kironda - Gold - Minen - Gesellschaft). Das Klima von S. ist wenig gesund. Das geringe Gefälle der Wembäre (s.d.) bedingt Tümpelbildungen, die erst nach Monaten austrocknen. So ist hier Malaria (s.d.) zuhause.

Literatur: J. Kuntz, Beitrag zur Geologie der Hochländer DOA.s, Zeitschr. f. prakt. Geol. X VII, 1909. - E. Obst, Die Landschaften Issansu und Iramba, Mitt. Geogr. Ges. Hamburg XXVI, 1912. - W. Koert, Ergebn. d. neueren geol. Forschung in den deutsch - afrik. Schutzgeb., Beitr. z. geol. Erforsch. d. d. Sch. Heft 1. Berl. 1913.

Uhlig.