Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 333

Seeschildkröten, riesige Schildkröten mit ganz flachem Panzer und zu Ruderflossen umgebildeten Gliedmaßen. Sie finden sich in allen wärmeren Meeren und verlassen das feuchte Element nur, um ihre Eier im Sande der Küste abzulegen und zu verscharren, bei welcher Gelegenheit sie heftigen Verfolgungen von seiten des Menschen ausgesetzt sind, der ihnen ihres Fleisches, ihres Panzers und ihrer Eier wegen nachstellt. Eine der wichtigsten Arten ist die gewaltige Lederschildkröte (Dermochelys coriacea), die ein Gewicht von 600 kg erreicht, und deren mehr als 1,5 m langer, lederartig erscheinender Panzer von mehreren Längswülsten durchzogen, nicht aber in Schilder eingeteilt ist. Nicht viel kleiner ist die Suppenschildkröte (Chelone mydas), die ihres Fleisches und ihrer Eier wegen stark verfolgt wird, während der Panzer der Karettschildkröte (Chelone imbricata) das allbekannte Schildplatt liefert. Innerhalb der deutschen Kolonien findet sich diese Art besonders häufig im Bismarckarchipel, von wo schon im Jahre 1906 für etwa 25 000 M an Schildpatt ausgeführt wurde (Jahresberichte über die Entwicklung der deutschen Schutzgebiete).

Sternfeld - Tornier.