Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 326

Schweineseuchen. Die wichtigsten S. sind: der Rotlauf, die S. und die Schweinepest. Der Rotlauf ist eine durch den Rotlaufbazillus hervorgerufene, schnell mit erheblichen Störungen des Allgemeinbefindens verlaufende Krankheit, die mit Rotfärbung der Haut einhergeht. Die Rotfärbung ist entweder stark ausgedehnt (Rotlauf) oder tritt in Form umschriebener, rundlicher oder rechteckiger erhabener Flecke auf (Nesselfieber, Backsteinblattern). Der Rotlauf führt in der Regel zum Tode, während beim Nesselfieber gewöhnlich Heilung eintritt. Durch ein spezifisches Serum (Rotlaufserum) können kranke Tiere geheilt und gesunde vor der Ansteckung geschützt werden. - Die S. ist eine ansteckende Lungen - Brustfellentzündung der Schweine und geht mit Husten, Atembeschwerden und Störung des Allgemeinbefindens einher. - Die Schweinepest ist eine ansteckende Darmentzündung, deren wichtigste Merkmale schwere Störung des Allgemeinbefindens und heftiger Durchfall und unter Umständen starke Atembeschwerden und Husten sind. Der Rotlauf, die S. und die Schweinepest unterliegen nach dem neuen deutschen Viehseuchengesetz der Anzeigepflicht und veterinärpolizeilichen Bekämpfung. Da die S. in Europa und Amerika stark verbreitet sind, in den deutschen afrikanischen Kolonien dagegen noch nicht verbreitet zu sein scheinen, empfehlen sich strenge Abwehrmaßnahmen zur Fernhaltung dieser Seuchen aus den afrikanischen Kolonien (s. Quarantäne für Tiere).

v. Ostertag.