Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 304 f.

Schopfantilopen, Cephalophus, Gattung der Antilopen, kleine oder mittelgroße Antilopen mit großer nackter Nasenmuffel, kurzem Kopfe, deutlichen Afterzehen, ziemlich kurzen, oben abgerundeten Ohren und mit einem Haarschopfe auf dem Hinterkopfe. Vor den Augen liegt eine schlitzförmige Drüsentasche. Beide Geschlechter haben gewöhnlich Hörner, bei manchen Arten fehlen sie den Weibchen. Diese Hörner sitzen weit hinter den Augen, parallel oder wenig auswärts gerichtet, nebeneinander und sind viel kürzer als der Kopf, an der Wurzel geringelt, fast gerade und kegelförmig zugespitzt. Man unterscheidet zwei Gruppen, die Ducker, Sylvicapra, und die eigentlichen S. Bei den Duckern sind die Ohren spitzer und länger als die Entfernung des Auges von der Nasenspitze, die Läufe sind ziemlich hoch, das Fell ist dunkel gesprenkelt, der Haarschopf ist lang und pinselförnlig, und die Hörner stehen ziemlich steil nach oben; bei den echten S. sind die Ohren viel kürzer und nicht so spitz, die Läufe sind niedrig, das Fell ist nicht gesprenkelt, der Haarschopf kurz und breit und die Hörner sind nach hinten gerichtet. Ducker fehlen anscheinend in den Urwaldgebieten von Kamerun, echte S. sind aus Deutsch- Südwestafrika bisher nicht nachgewiesen worden, aber wahrscheinlich im Ovambolande und im Caprivizipfel vorhanden. Der Ducker ist in Deutsch-Südwestafrika, in Deutsch - Ostafrika, in Togo und den Steppengebieten von Kamerun vorhanden und zwar in zahlreichen, gebietsweise sich vertretenden Rassen. Aus Deutsch-Ostafrika kennt man drei verschiedene Arten der S., die dunkelbraune, ziemlich große aus Uhehe, vom Kilimandscharo und aus Usambara, von denen die Kilimandscharorasse unter dem Namen spadix beschrieben worden ist, ferner eine rote, mit schwarzer Nasen- und Stirnbinde, C. harveyi, die aus den Küstengegenden bis zum Meruberge nachgewiesen war, und eine kleine braune, die Zwergantilope, welche je nach der Gegend gelbe oder dunkle Beine hat, C. hecki, am Rovuma und C. aequatorialis am Victoria-Njansa. Aus Togo sind 6 verschiedene Arten nebeneinander nachgewiesen worden, aus Kamerun sogar 8 innerhalb der Küstengebiete; die größte Art ist dunkelbraun, mit hellem Rückenfelde (Terpone), eine andere dunkelbraun mit hellem Kopfe, "eine dritte rotgelb mit schwarzer Rückenbinde und weißer Unterseite, die als leucogaster beschrieben wurde aus Südkamerun, eine vierte gelbbraun mit schwarzer Rückenbinde und fahlbraunem Bauche (C. ogilbyi und ähnliche Rassen), eine fünfte mit rotbraunem Rücken, rotbraunem Bauche und schwarzer Rückenbinde (C. dorsalis und ähnliche Rassen), eine sechste mit rotgelbem Rumpfe und schwarzer Stirnbinde (C. nigrifrons), eine siebente, kleiner, mit dunkelbraunem Körper und schwarzer Binde an den Hüften (C. melanorheus), und eine achte, etwas größer, ähnlich gefärbt, mit sehr breiter, heller Augenbinde (C. der maxwelli - Gruppe). Von diesen fehlt in Togo C. leucogaster anscheinend, dafür lebt dort eine rotbraune Art mit blaugrauer Rückenbinde (C. rufilatus), die im Hinterlande von Kamerun in einer besonderen Rasse vorkommt, und eine ganz schwarze Art (C. Niger). Aus Deutsch-Ostafrika hat man Felle dieser Antilopen zu Handschuhleder ausgeführt.

Matschie.