Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 304

Schonzeiten des Wildes. In vielen Ländern hat man, um den Bestand der Wildarten durch Abschuß nicht zu sehr zu gefährden, strenge Bestimmungen erlassen, daß in gewissen Monaten die Jagd auf diese Arten nicht erlaubt sein soll. Man verbietet den Abschuß während der Zeit, wo die Jungen zur Welt kommen und von der Mutter gesäugt werden; in manchen Gegenden ist der Abschuß weiblichen Wildes ganz verboten, derjenige männlichen Wildes auf kurze Zeit beschränkt. - Für die afrikanischen Schutzgebiete ist die Festsetzung von Schonzeiten sehr erstrebenswert, aber vorläufig deshalb nicht durchführbar, weil man die Satzzeiten nicht kennt. Über die Satzzeit, der Antilopen s. Antilopen. Es würde sich empfehlen, den Abschuß jeder Wildart außer der Trockenzeit und innerhalb eines Monats vor der Regenzeit zu verbieten. Aber derartige Maßnahmen müßten in jedem Bezirk nach den dort vorhandenen Verhältnissen besonders geregelt werden. Vielleicht erreicht man in Afrika durch Beschränkung des Abschusses mehr als durch ein Verbot für gewisse Zeit, oder man tut gut, beides zu vereinigen. Über die bereits bestehenden Beschränkungen der Jagd s. Jagd und Jagdrecht.

Matschie.