Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 303 f.

Schneegrenze. Unter S. versteht man diejenige Linie, oberhalb welcher auch in der warmen Jahreszeit der Schnee nicht schmilzt. Sie reicht um so tiefer hinab, je tiefer die Temperatur in der warmen Jahreszeit ist senkt sich also im allgemeinen polwärts - und je größer der bei einer Temperatur unter 0° gefallene Niederschlag ist. Die S. liegt am Äquator bei 4000 -5000 m, in den trockenen subtropischen Gebieten beider Erdhälften steigt sie am höchsten bis zu 5000 -6000 m. In hohen antarktischen Breiten sinkt sie bis zum Meeresniveau, was man bei der arktischen Zone noch nicht angetroffen hat. Die S. erreicht in den deutschen Kolonien wohl nur der Kibogipfel des Kilimandscharo bei durchschnittlich 5520 m; in Neuguinea mit der für die Tropen sehr geringen Höhe von etwa 4460 m zwar die Wilhelminaspitze im holländischen Teil, ferner zeigen die Spitzen des Bismarckgebirges in Kaiser-Wilhelmsland häufig Schneebedeckung, ob sie aber in die Grenze des ewigen Schnees hineinragen, steht noch nicht fest.

Heidke.