Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 303

Schnabelkerfe oder Rhynchoten heißen diejenigen Insekten, welche einen gegliederten Saugrüssel und an den Füßen zwei bis drei Tarsenglieder besitzen (s. Tafel 67/68 Abb. 13 bis 17). Die Larve geht ohne Puppenruhe in den ausgebildeten Zustand über. Die wichtigsten, dem Laien in unsern Kolonien besonders auffallenden Unterordnungen unterscheiden sich folgendermaßen: Die Wanzen (s.d.) (s. Tafel 67/68 Abb. 13 - 15) zeichnen sich, abgesehen von ihrem Wanzengeruch, dadurch vor allen andern Formen aus, daß der Rüssel vorn am Kopie eingelenkt ist; oft wird er allerdings in eine Rinne an der Unterseite des Kopfes eingesenkt. - Die Zikaden (s.d. u. Tafel 67/68 Abb. 16 - 17) besitzen Sprungvermögen, und ihre Hinterbeine sind deshalb kräftig entwickelt. Im Gegensatze zu den Blattläusen und Blattflöhen sind die Hinterschienen mit kräftigen Spüren und Stacheln versehen. - Bei den Schildläusen (s.d.) enden die Füße, wenn diese während der Entwicklung zum schildförmigen oder fast kugelförmigen, erwachsenen Tiere nicht verloren gegangen sind, mit einer Kralle, bei den Blattläusen (s. d.) mit zwei Krallen. Erstere sind (abgesehen vom Männchen) stets ungeflügelt, letztere oft mit 4 Flügeln versehen.

Dahl.