Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 290

Schirati, Ort in Deutsch- Ostafrika, 45 m über dem Ostufer des Victoriasees (s.d.), dicht an der Grenze nach Britisch - Ostafrika. Der Granit, auf dem die Station steht, tritt vielfach nackt zutage und bildet ein niedriges Steilufer. Die Regenmenge beträgt nur 710 mm (achtjähr. Mittel). S. war lange Offiziersposten der Schutztruppe, dann Nebenstelle des Bezirksamts in Muansa, jeweils auch Zollstelle. Das wird demnächst aufhören. Schon von Mai 1912 an bestand in Njawangi am Südufer der Mara- (s.d.) bucht eine weitere vorläufige Zollstelle, sie ist im August 1913 nach Musoma (s.d.) verlegt worden. Und die Übersiedelung der Nebenstelle von S. nach Musoma steht ebenfalls bevor. S. soll aber Zollstelle bleiben; es ist bisher Dampferhaltestelle, hat auch einigen Dhauverkehr. Der Wert der Einfuhr betrug 1912 0,239, der der Ausfuhr (bes. Häute und Erdnüsse) 0,505 Mill. M.

Karte: B. Whitehouse, Shirati Bay 1 : 24 430, in Plans in Lake Victoria N., Admiralty Chart 3693, London 1908.

Uhlig.