Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 262

Schele, Freiherr von, geb. 15. Sept. 1847 in Berlin, erzogen im Kadettenkorps, 1866 Leutnant im Magdeb. Drag. - Reg. 6, 1875 Rittmeister, 1877 Eskadronchef im 2. hannov. Drag. - Regt, 1884 Major, 1887 brandenburgisches Ulan. - Regt. Nr. 3, 1891 Abteilungschef im Kriegsministerium. 1892 als Stellvertreter des Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika kommandiert und nach Beförderung zum Oberst 1893 zum Gouverneur daselbst ernannt und bald darauf mit den Funktionen des Kommandeurs der Schutztruppe betraut. Die Befriedung der Kolonie war damals noch nicht vollendet und erforderte fortgesetzte militärische Aktionen. Im Sommer 1893 führte S., obgleich selbst erkrankt, eine erfolgreiche Expedition gegen aufständische Massaistämme am Kilimandscharo durch. Dann folgte der vorzüglich vorbereitete Feldzug gegen die seit der ZelewskiKatastrophe unbotmäßigen Wahehe (s.d.), der mit der Erstürmung. der befestigten Hauptstadt Kuirenga (30. Okt. 1894) endete und einen nachhaltigen Eindruck im ganzen Schutzgebiet hinterließ. S. erhielt dafür den Orden pour le mérite. Er trat 1895 in die Armee zurück. Gest. 20. Juli 1904 als Generalleutnant und Gouverneur des Kgl. Invalidenhauses zu Berlin.