Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 245

Samoa, Katholische Mission (Apostolisches Vikariat der Schifferinseln). Das katholische Missionswerk auf Samoa ist den deutschen Maristen (s.d.) anvertraut. Der Apostolische Vikar Broyer residiert in Apia. Die Bevölkerung von Samoa ist fast ganz christlich, zu 4/5 evangelisch, zu 1/5 katholisch. Trotzdem hat die Missionsarbeit noch Erfolge zu verzeichnen. Im Jahre 1911 ist die Christenzahl von 7725 auf 7908 gestiegen, meist durch Kindertaufen, aber 1912 wieder auf 7680 gesunken. Die Statistik von 1913 weist wieder 7915 Katholiken auf. Dazu kommen 106 Katechumenen. Auf 15 Hauptstationen sind 23 Priester (4 davon sind Eingeborene), 14 Schulbrüder, 2 Laienbrüder, 17 europäische und 10 eingeborene Schwestern tätig. 93 Katecheten haben in 89 Schulen 722 Kinder; die Schulbrüder zählten in ihren 3 Schulen 647 Schüler (davon gegen 200 Nichtkatholiken), die Schwestern in ihren 8 Schulen. 420 Schülerinnen (gegen 40 Nichtkatholiken). In Moamoa leiten die Brüder eine Fortbildungsschule; ebenda ist ein Katechistenseminar. Die Missionare geben ferner eine Monatsschrift (Anama) heraus. Der Bischof (Broyer) ist seinerzeit weithin bekannt geworden durch seine erfolgreichen Bemühungen, Frieden zu vermitteln, neulich auch durch seinen Konflikt mit der Regierungsschule. Von den 15 Hauptstationen liegen 7 auf Upolu (Apia, Moamoa, Falefa, Aleipata, Lotofaga, Safata, Leulumoega), 4 auf Savai'i (Safotulafai, Safotu, Falealupo, Palauli), 2 auf Tutuila (Leone, Pagopago) und je eine auf Manono und Toelan (s. Tafel 135).

Literatur: Kreuz u. Charitas. Meppen, fortlaufend, besonders 1914, 124. - Missionsberichte, Weißbuch. -Schmidlin, Die Kath. Missionen. Münster 1913, 192 ff. - Missiones catholicae 1907, 734. - Buch, Bis an die Enden der Erde. 11, 1 ff. Frankenstein 1903. -Mirbt, Mission u. Kolonialpolitik, 65 f. Tübingen 1910.

Schmidlin.