Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band III, S. 194

Russisi, Fluß in Deutsch-Ostafrika, der den Kiwu (s.d.) mit dem Tanganjika (s.d.) verbindet, in seinem ganzen Verlauf Grenze zwischen unserem Schutzgebiet und der Kongokolonie ist. Auf etwas über 150 km Länge überwindet der R. einen Höhenunterschied von 678 m. Er strömt auf der Sohle des Zentralafrikanischen Grabens (s.d.) herab, die allerdings durch die Erosionstätigkeit des wasserreichen R. und seiner vielen Nebenflüsse stark umgestaltet ist. Die Richtung des Grabens ist hier NNW - SSO. Auf den ersten 40 km seines Laufs durchbricht der R. den Bukumbi - Riegel mit vielen Schnellen und mindestens einem größeren Fall in Hunderte von Metern steil eingeschnittenem Tal. Heiße Quellen treten mehrfach im R. - Graben auf. Unter 3° s. Br. ändert der Graben seine Richtung um 25° und verläuft nun meridional.. Hier fließt der Unterlauf des R. mäandrierend durch eine Alluvialebene, alten Seeboden des Tanganjika. Es ist ein fruchtbares, aber zum Teil sumpfiges und ungesundes Gebiet. Neuerdings sind umfassende Sanierungsarbeiten zum Schutz gegen die Schlafkrankheit (s.d.) durchgeführt. Im R.tal wohnen Warundi (s.d.).

Literatur: s. Kiwu und Zentralafrikanischer Graben.

Uhlig.